23. Februar 2021

Politische Bildung gut vernetzt – neue Website für die Oberlausitz

Wir präsentieren Euch unsere neue Website, die die Strukturen der politischen Bildung in der Oberlausitz stärken soll. Am 23. Februar ging lausitz.wehnerwerk.de an den Start.
Unter dem Motto „Oberlausitz gemeinsam politisch bilden“ unterstützt die Website im Rahmen des von der BpB finanzierten Projekts „Heimat Reloaded“ die Vernetzung von Akteur*innen der politischen Bildung und interessierten Bürger*innen.
Die Website bietet eine Datenbank für bereits Aktive in der politischen Bildung, in der sich Moderator*innen, Referent*innen und Expert*innen für bestimmte Themen registrieren können, um so leicht für Veranstaltungen angefragt zu werden. Außerdem gibt es eine Übersicht von Weiterbildungen für Interessierte, die sich qualifizieren wollen, um so eigene Projekte umzusetzen. Die Website bietet des Weiteren einen Überblick über aktuelle Angebote der politischen Bildung in der Oberlausitz.
Als Mitarbeiterin des Herbert-Wehner-Bildungswerks in Görlitz betreut Rebecca Jakob das Projekt. „Neben den bisher stattgefundenen Workshops – live und digital – ist die Website ein weiterer Baustein unseres Projekts. Die Oberlausitz hat viele spannende Angebote und Projekte der politischen Bildung zu bieten und wir wollen helfen, diese auch sichtbar zu machen. Das stärkt das Ehrenamt und somit unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

23. Februar 2021

Wir sind FSJ-Stelle!

Nach einem Jahr Pause werden wir 2021/22 wieder Einsatzstelle für das FSJ Politik sein. Dieses richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren, die nach ihrem Schulabschluss Einblicke in die Abläufe politischer Prozesse erhalten möchten. Im Wehnerwerk können sie erleben, wie politische Bildung organisiert und durchgeführt wird. Dabei steht das Selbermachen im Vordergrund. Die FSJler*innen erhalten die Möglichkeiten, eigene Ideen und Projekte umzusetzen sowie bei der Gestaltung unserer Bildungsangebote mitzuwirken. Dazu gehören die Organisation von Bildungsfahrten und Seminaren im Vorfeld, die Begleitung von Veranstaltungen und die Nachbereitung mitsamt der Dokumentation. Zudem können sie sich auch an digitalen Formaten ausprobieren.
Das FSJ beginnt am 1. September und geht ein Jahr. Bewerben könnt ihr Euch vom 1. März bis 15. Mai bei der Sächsischen Jugendstiftung. Alle Informationen dazu gibt es hier.

11. Februar 2021

Aufruf des Bündnisses Dresden Nazifrei

Auch dieses Jahr wollen wieder Geschichtsrevisionist*innen und Neo-Nazis in Dresden auflaufen, um die Bombardierung der Stadt zwischen dem 13. und 15. Feburar 1945 für ihre Zwecke zu nutzen. Trotz Pandemie ist es notwendig, den Demokratiefeinden die Stirn zu bieten und ihre Propaganda nicht unwidersprochen zu lassen. Wer sich in der Lage fühlt, kann sich an den Kundgebungen des Bündnisses Dresden Nazifrei beteiligen, unter anderem am Neumarkt, Altmarkt und an der Trümmerfrau nahe des Rathauses. Unten findet ihr den kompletten Aufruf des Bündnisses.


AUFRUF 13. FEBRUAR 2021: DRESDEN BLOCKIERT – KEIN PLATZ FÜR NAZIS!

Wir rufen alle Menschen der Region Dresden dazu auf, gemeinsam mit uns den Nazis die Plätze und Straßen zu nehmen und ihnen keinen Raum zu geben!

Vor 76 Jahren wurde Dresdens in Folge eines unerbittlichen NS-Terrorregimes, das Tod und Verderben über ganz Europa brachte und auf dem Weg in den eigenen Untergang weiter auf Vernichtung setzte, bombardiert. Bereits damals wurde vom NS-Regime die Propagandalüge der „unschuldigen Stadt“ ins Leben gerufen, die sich bis heute auch in bürgerlichen Kreisen verfangen hat.

Wie seit gut 20 Jahren nutzen alte und neue Nazis die damals im NS-Propagandaministerium entworfenen Narrative, um aus den Tätern Opfer zu machen und die Geschichte umzuschreiben. Auch im Februar 2021 werden sie wieder versuchen, dieses Ereignis für ihre Zwecke zu missbrauchen und durch die Straßen der Stadt marschieren wollen. Genau wie damals ist es ihr Ziel, eine brutale und menschenverachtende Ideologie zu verharmlosen und wieder gesellschaftsfähig zu machen. Doch für uns ist klar: dafür lassen wir in Dresden keinen Raum! Wir als Stadtgesellschaft sind uns unserer historischen Verantwortung bewusst und werden entsprechend handeln:

Wir blockieren gegen eine geschichtsrevisionistische Vereinnahmung unserer Stadt! Wir stellen uns gegen die nationalistische Verklärung der Geschichte! Wir setzen ein Zeichen: Dresden blockiert – kein Platz für Nazis!

Dresden war alles andere als eine unschuldige Stadt. Gerade hier haben zahlreiche Täter*innen des nationalsozialistischen Regimes gelebt und in den Einrichtungen des NS-Terrorregimes Gräueltaten begangen. Genau diese Orte und Fakten zeigen wir seit 11 Jahren bei unseren Mahngängen zum 13. Februar auf wenn wir den Spuren der Täter*innenspuren folgen.

Wir rufen alle Menschen der Region Dresden auf, gemeinsam mit unserem breiten Aktionsbündnis aus Gruppen und Initiativen, alten und neuen Nazis und ihrer Popaganda entgegen zu treten.

11. Februar 2021

Unser Auto im neuen Look

Nachdem unser Auto angefahren wurde – mit Fahrerflucht – hinterließ die notwendige Reparatur kahle Stellen in der Beklebung. Wir haben diese Chance genutzt und auch das Auto an das (nicht mehr ganz so) neue Corporate Design angepasst. Jetzt erstrahlt es in frischen Rottönen, entworfen von Büro Quer und angebracht von Rakelspektakel. Nun sehnen wir die Zeit herbei, wieder auf kleine und große Fahrt zu gehen. Bis dahin sorgt das Auto für bunte Farbtupfer am weiß verschneiten Herbert-Wehner-Haus.

19. Januar 2021

31. Todestag: Wir erinnern an Herbert Wehner

Am 19. Januar 1990 verstarb Herbert Wehner nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Der Journalist Ulrich Rosenbaum erinnert sich an diesen Tag:
Ich war jener Journalist, der als Erster vom Tode Herbert Wehners erfahren und die Nachricht verbreitet hat. An jenem 19. Januar war der alljährliche Jahresempfang von Johannes Rau im Engels-Haus in Wuppertal. Durch Zufall bekam ich mit, wie ein aufgeregter Holger Börner Rau zuflüsterte „Herbert ist gestorben.“ Ich ging raus zu einer Telefonzelle und rief meinen früheren Bergedorfer Nachbarn Jens-Peter Burmester an. Der bestätigte und wollte sich gerade auf den Weg nach Bonn machen.

Der große Politiker, Demokrat und leidenschaftliche Sozialdemokrat bleibt vielen Wegbegleitern, aber auch der Öffentlichkeit in guter oder zumindest respektvoller Erinnerung. Seine Wortgefechte im Bonner Bundestag sind heute noch legendär.
Herbert Wehner stand zu seinen Auffassungen, warb für die politische Auseinandersetzung und für den Kompromiss. Dabei waren die Demokratie und die soziale Gerechtichkeit stets die Grundlage seines Handelns. Wenn jemand diese verließ, konnte er schon mal handgreiflich werden. Seine alte Heimat, Dresden, blieb ihm immer sehr nah. Besonders die Ost-Politik und der Einsatz für die Wiedervereinigung, die er im Oktober 1990 nicht mehr miterlebte, waren ihm eine Herzensangelegenheit.
Vieles, was damals die Politik bewegte, ist auch heute noch aktuell. Gerade in der aktuellen Situation haben Herbert Wehners Worte von 1959 nicht an Kraft verloren:
Allgemeines Wohl, wie wir es verstehen, ist a) das Wohl jedes einzelnen, b) das Wohl aller, was ja mehr noch ist als das Wohl jedes einzelnen, und c) was noch mehr ist und alles umschließt: Das Wohl des Ganzen.