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16. Juni 2022 · 19.00 – 21.00 Uhr

Autorenlesung: Wir waren wie Brüder – Daniel Schulz

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen.

Der Autor Daniel Schulz liest im Herbert-Wehner-Haus aus seinem Roman „Wir waren wie Brüder“ (Hanser, 2022) und berichtet im Gespräch mit Christian Demuth über die politische Situation nach der Wende, die von Aufbrüchen, Umbrüchen und Unsicherheiten geprägt war.

Er ist zehn, als in der DDR die Revolution ausbricht. Während sich viele nach Freiheit sehnen, hat er Angst: vor den Imperialisten und Faschisten, vor denen seine Lehrerinnen ihn gewarnt haben. Vor dem, was kommt und was er nicht kennt. Wenige Jahre später wird er wegen seiner langen Haare von Neonazis verfolgt. Gleichzeitig trifft er sich mit Rechten, weil er sich bei ihnen sicher fühlt. So sicher wie bei Mariam, deren Familie aus Georgien kommt und die vor gar nichts Angst hat. Doch er muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. „Wir waren wie Brüder“ ist eine drastische Heraufbeschwörung der unmittelbaren Nachwendezeit – und ein nur allzu gegenwärtiger Roman über die oft banalen Ursprünge von Rassismus und rechter Gewalt.

Moderation: Christian Demuth


Daniel Schulz wurde 1979 in Potsdam geboren und wuchs in einem brandenburgischen Dorf auf. Er studierte Politikwissenschaft und Journalistik in Leipzig. Nach ersten Stationen bei Zitty, Märkische Allgemeine und Freies Wort ging er zur taz, wo er heute das Ressort Reportage leitet. 2018 erhielt er den Reporterpreis und 2019 den Theodor-Wolff-Preis.


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